Leitender Notarzt (LNA) und Organisatorischer Leiter Rettungsdienst (OrgL)

Zur angemessenen Reaktion auf größere Einsatzszenarien gibt es im Landkreis ein OrgL-System sowie eine LNA-Bereitschaft. Die Tätigkeit ist ehrenamtlich, Einsätze werden jedoch in Form einer Aufwandsentschädigung vergütet. Sowohl die OrgL als auch die leitenden Notärzte erlangen über entsprechende Fortbildungen und berufliche Erfahrung die nötige Qualifikation zur Ausübung ihrer Ämter.

 

LNA und OrgL werden i.d.R. immer gemeinsam alarmiert. Zusammen bilden Sie die Einsatzleitung des Rettungsdienstes.

OrgL

Beim Organisatorischen Leiter handelt es sich um einen erfahrenen Rettungsassistenten oder Notfallsanitäter mit einer zusätzlichen Ausbildung zum OrgL. Er legt seinen Schwerpunkt auf die organisatorisch-taktische Beurteilung und unterstützt den LNA im Bereich Logistik und Kommunikation.

 

Der Landkreis ist in acht OrgL-Bereiche unterteilt, die den Rettungswachenversorgungsbereichen entsprechen. Die in diesen Bereichen zuständigen Leistungserbringer im Rettungsdienst stellen über Dienstpläne eine OrgL-Bereitschaft sicher und statten die Funktionsträger mit geeigneten Dienstfahrzeugen aus. Je nach Topografie des jeweilig primären Einsatzgebietes werden üblicherweise Kleinbusse oder Geländewagen als Fahrzeuge verwendet.

 

Sollte der Einsatzumfang den Einsatz mehrerer OrgL erforderlich machen, können auch weitere OrgL aus benachbarten Bereichen hinzugezogen werden (bspw. bei einer Unterteilung in mehrere Einsatzabschnitte). Darüber hinaus kann zusätzlich die SEG Führung zur Unterstützung hinzubeordert werden (alle Gruppenführer dieser Einheiten verfügen ebenfalls über eine OrgL-Ausbildung).

 

Bis zum Eintreffen eines OrgL übernimmt der Fahrer des ersteintreffenden NEF (Rettungsassistent oder Notfallsanitäter) kommissarisch dessen Funktion.

ORGL-Bereiche im Landkreis Dohnsberger Land
ORGL-Bereiche im Landkreis Dohnsberger Land

LNA

Dem Leitenden Notarzt  obliegt vordergründig, die Schwere der Verletzungen festzustellen (Triage) und die Versorgung der Verletzten nach Dringlichkeit zu organisieren. Er trägt die Verantwortung für den medizinischen Teil des Einsatzes.

 

Die Verfügbarkeit eines Leitenden Notarzt ist im Landkreis ebenfalls über ein Bereitschaftssystem gewährleistet. Alle LNA sind landkreisweit einsetzbar. Je ein LNA wird vom Universitätsklinikum Dohnsberg, vom Saltus-Klinikum Ferrenwalde und dem Heiliggeistkrankenhaus Torfenstein gestellt. An den LNA-stellenden Kliniken stehen jeweils Dienstfahrzeuge zur Verfügung. Je nach Entfernung kann jedoch auch eine Mitnahme durch einen OrgL erfolgen, sodass OrgL und LNA gemeinsam die Einsatzstelle erreichen.

 

Bis zum Eintreffen eines LNA fungiert der zuerst eintreffende Notarzt als LNA.

Alarmierungsschwelle

OrgL und LNA werden bereits unter der MANV-Schwelle von der Leitstelle automatisch mit alarmiert wenn mindestens

  • 2 notärztlich besetzte Rettungsmittel (NEF oder RTH) sowie
  • 4 Transportmittel des Rettungsdienstes (RTW, MZF oder KTW-B)

im Einsatz befindlich sind.

 

Darüber hinaus kann die Einsatzleitung des Rettungsdienstes auch unterhalb dieser Schwelle auf Anforderung der Einsatzleitung der Polizei oder der Feuerwehr angefordert werden. 

 

Bei einer Unfallbeteiligung von Fahrzeugen des Rettungsdienstes mit Verletzten wird stets mindestens der OrgL alarmiert.